In dem Roman Blutsbräute von Margie Orford wird eine neue Serienheldin vorgestellt. Clare Hart ist eine junge Journalistin und Kriminalpsychologin und darauf spezialisiert Profile von Serienmördern und -Vergewaltigern zu erstellen. Ein Grund für ihre Berufswahl dürfte unter anderen die Vergewaltigung sein, der ihre Schwester im Alter von sechzehn Jahren zum Opfer fiel. In ihrem ersten Fall wird die Profilerin von der Polizei in Kapstadt (mal ein ganz anderer Schauplatz) um Hilfe gebeten. In der Stadt treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es auf junge Mädchen abgesehen hat.
Haben die Morde etwas mit dem Menschenhändlerring zu tun, über den Clare derzeit ermittelt? Oder ist es gar etwas persönliches? Denn die Opfer weisen eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihrer Schwester auf. Soll vielleicht Clare selbst durch ein perfide eingefädeltes Spiel in eine mörderische Falle gelockt werden?
Die Autorin Margie Orford wurde in London geboren, ist in Namibia aufgewachsen und studierte in Südafrika, woher auch ihre Eltern stammen. Dort wurde die vielseitige Publizistin, Journalistin und Filmemacherin während der Apartheid als Redakteurin einer systemkritischen Studentenzeitung verhaftet und ein Jahr lang eingesperrt. Blutsbräute ist ihr erster Roman und wurde von Kritikern wie Lesern gleichermaßen gefeiert.
Vollkommen berechtigt, wie ich finde. Orford schreibt flüssig, spannend und verleiht ihren Figuren Leben, auch wenn ihre Heldin Clare Hart manchmal wie eine Überfrau dargestellt wird. Auch der Schauplatz Kapstadt trägt wesentlich dazu bei, den Krimi aus der Masse hervorzuheben. Man erfährt einiges über die Stadt, in der die Autorin mit ihrer Familie lebt, und das ist nicht unbedingt eine Reiseempfehlung.
In anderen Blogs und Foren kann man lesen, dass der Roman etwas überfrachtet ist und zu viele Themen angerissen werden, die nichts mit dem eigentlichen Fall zu haben. Das stimmt auch, aber angesichts der Tatsache, dass es sich nicht um einen Einzelroman, sondern um eine geplante Bücherserie handelt, ist dies nicht nur zu verzeihen, sondern notwendig um Personen und Handlungsort in einem vernünftigen Rahmen vorzustellen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Band, der angeblich schon in Arbeit sein soll. Und wenn dieser nur annähernd so gut geschrieben ist wie Blutsbräute, dürfen meinetwegen noch viele andere folgen.
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